Ein Teich für den Scheffheu

Im Süden Baden-Württembergs, in unmittelbarer Nähe zur Schweizer Grenze bei Villingen-Schwenningen befindet sich noch eine ursprüngliche Landschaft, die durch den Fluss Wutan geprägt wurde. Naturbelassene, wildromantische und urwaldartige Schluchthänge sind charakteristisch für dieses Gebiet, in dem sich auch die abgelegenen Waldfläche, das Scheffheu befindet.
Die Schluchthänge im Scheffheu sind idealer Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Allerdings sind Wasserflächen und Feuchtgebiete als Sonderbiotope für gefährdete Arten nur sehr selten, obwohl der Waldboden ein toniges und damit wasserhaltendes Substrat aufweist. Daher entschlossen sich die Mitarbeiter des Forstamtes Donaueschingen den Scheffheu mit der Anlage eines Waldweihers ökologisch für Amphiebien, Libellen, Insekten und Vogelarten sowie seltener Pflanzenarten feuchter Böden aufzuwerten. Mit Unterstützung von Bronchicum und der Stiftung Unternehmen Wald waren die idealen Partner für die Umsetzung des Projekts „Waldweiher“ gefunden.
In Absprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden legten die Mitarbeiter des Forstamtes Ende September 2008 einen rund 12x7m großen und 1,5m tiefen Waldweiher im Scheffheu an. Um einen zusätzlichen Wasserzufluss zu gewähren, wurde auch ein 10m langer Graben ausgehoben. Dieser gewährleistet einen Wasserzufluss auch in weniger feuchten Perioden, um der Gefahr einer Austrocknung zu verringern. Mit dem Eintreten der Herbstwitterung und stärkerer Regenfälle lief der Weiher bereits im November voll Wasser, so dass die Erstbesiedelung von Pflanzen und Tieren im Frühjahr beginnen kann. Eine Pflanzung ist nicht vorgesehen, da die natürliche Sukzession beobachtet werden soll. Hier ist insbesondere die Entwicklung der Amphiebienfauna und der gewässertypischen Begleitvegetation von besonderem Interesse.
Biotoppflegeaktion im Freiburger Mooswald
Schüler entfernen Neopyhten und erhalten Artenvielfalt
Den Freiburger Mooswald bewohnt eine Pflanzenart, deren Heimat eigentlich Ostasien ist. Sie wurde im 19. Jahrhundert als Zier- und Futterpflanze nach Deutschland eingeführt. Leider stellte sich bald heraus, dass sie weder von Wild- noch von Haustieren gefressen wurde. So konnte sie sich über Bäche und Flüsse in ganz Deutschland ungebremst ausbreiten und heimische Pflanzenarten verdrängen – die Rede ist vom Japanischen Knöterich.
Dieser Neophyt (gr. Neo = neu und phyt = Pflanze) ist in vielen Teilen Deutschland ein echtes ökologisches Problem geworden, da er ein bis zu vier Meter hohes Dickicht ausbildet, unter dem buchstäblich kein Gras mehr wächst. Er wird von unseren heimischen Tierarten weder als Futterquelle noch als Wohnraum angenommen. Außerdem siedelt er bevorzugt an Gewässern, an denen er insbesondere in der laublosen Zeit keinen Uferschutz bildet.
Um der Plage im Freiburger Mooswald herr zu werden, entschloss sich das städtische Forstamt Freiburg mit Unterstützung von Bronchicum den Japanischen Knöterich zu Leibe zu rücken. Hilfe erhielten die Mitarbeiter der Försterei an zwei Tagen von Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule, die tatkräfig zu Sache gingen. Mit vereinten Kräften wurde die bis zu zwei Meter tief wurzelnde Pflanze herausgerissen und entsorgt. Für die Schüler war diese Aktion erst der Auftakt einer langen Biotopflegemaßnahme, denn auch im nächsten Jahr werden sie wiederkommen und dem Japanischen Knöterich an seiner Ausbreitung hindern.