Teiche für den Laubfrosch

Der einzige heimische Frosch, der mit seinen Saugnäpfen an den Fingerspitzen auf Bäume klettern kann, ist der Laubfrosch (Hyla arborea). Sehr kompliziert ist zum Teil seine Fortpflanzung, da er zumeist mehrere Gewässer benötigt um zu balzen und zu laichen. Wichtig an diesen Gewässern ist immer, daß sie fischfrei sind, da sonst die Larven und Eier von den Fischen gefressen werden.
Im Naturerlebnisraum Handeloh hat nun das Naturkundliche Museum Handeloh durch die Unterstützung von Bronchicum einen Teichkomplex mit unterschiedlichen Uferlinien, Gewässerstandshöhen und vielfältig gestaltetem Untergrund angelegt. Hier soll in Zukunft der Laubfrosch einen neuen Lebensraum erhalten, zumal die nächsten Vorkommen in rund einem Kilometer Entfernung vorhanden sind und eine natürliche Besiedlung zu erwarten ist.
Aber nicht nur dem Laubfrosch dient so eine Naturschutzmaßnahme. So werden auch andere Amphibienarten wie z.B. die Knoblauchkröte, die wie der Laubfrosch durch die FFH Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat = EU Richtlinie) streng geschützt ist, und Grün- und Braunfrösche sowie Kamm- (ebenfalls FFH RL) und Teichmolch diese neuen Lebensräume annehmen. Auch für den botanischen Sektor bieten sich hier entsprechende Entwicklungschancen. So sind Zwergbinsengesellschaften und zahlreiche seltene, teils vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten hier zu erwarten. Auf einer seit einigen Jahren bereits vorhandenen kleinen Probefläche hatten sich bereits drei „Rote Liste“ Arten eingefunden, wie das Niedersächsische Landesamt für Naturschutz festgestellt hatte. Der Leiter des Naturkundlichen Museums und Schulungsstätte, Dr. Klaus Hamann, stellte fest: „ Mit dieser Anlage schaffen wir nicht nur neue Lebensräume, sondern wir schaffen auch eine Studienfläche im Rahmen von „Naturerleben“ und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Rahmen von Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten.“
Die Waldvermehrer - Mitte Mai 2008 wurde der erste Ameisenlehrpfad bei Siegen für die Bevölkerung eröffnet. Zwei weitere Lehrpfade in der Dresdener Heide und in München-Grünwald folgten.

Im Ökosystem Wald lebt eine Vielzahl von Kleinstlebewesen, die für das ökologische Gleichgewicht von immenser Bedeutung sind. Eines dieser Wesen ist die Waldameise. Sie bewohnt eine Vielzahl unterschiedlicher Wälder – vom Nadelwald bis zum Mischwald – und ist in ganz Deutschland verbreitet. Ihre Bedeutung als biologischer Schädlingsbekämpfer im Wald ist enorm. Als so genannnte „Waldpolizei“ kann ein Ameisenvolk bis zu 80.000 Raupen, 35.000 Falter, Fliegen oder Motten und bis zu 20.000 Puppen im Jahr vertilgen. Aber nicht nur als Schützer dient die Waldameise sondern auch als Waldvermehrer. So trägt sie zur Verbreitung von rund 150 verschiedenen Pflanzenarten bei, indem sie den Samen verbreitet. Da die Waldameisenbestände seit Jahren rückläufig sind, widmet sich Bronchicum dieser Art im besonderen Maße.
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Besonderheit der Waldameisen im Ökosystem Wald. Um bei diesem Ziel mitzuwirken entschloss sich Bronchicum in Zusammenarbeit mit der Stiftung Unternehmen Wald und der Deutschen Ameisenschutzwarte drei Ameisenlehrpfade in Deutschland zu installieren. Der Lehrpfad vermittelt am Beispiel der Waldameisen die empfindlichen Netzwerke des Lebensraumes Wald. Waldameisen eignen sich als Beispiel besonders gut, da sie wie keine andere Art die Zielsetzungen ökologisch nachhaltigen Waldbaus hinsichtlich biologischen Waldschutzes, Waldrandgestaltung, Artenvielfalt, Biodiversität, Totholz, Bodenlockerung und Pflanzenverbreitung reflektieren.
Bronchicum hilft dem Hirschkäfer - vier Totholzpyramiden im Bonner Stadtwald

Der Hirschkäfer gehört zu den größten und vielleicht auch zu den bekanntesten Käferarten in Deutschland. Das imposante „Geweih“ der Männchen ist beeindruckend und auch faszinierend zugleich. Leider ist der Bestand des Hirschkäfers in Deutschland stark bedroht. Er gehört daher auch zu den wenigen wirbellosen Tieren, die nach EU-Recht besonders geschützt sind.
Bronchicum und die Stiftung Unternehmen Wald haben sich des Käfers angenommen und eine Wiederansiedelungsaktion im Bonner Stadtgebiet gestartet. Mit der Unterstützung der Biologischen Station Bonn wurden im Bonner Stadtwald an vier Stellen so genannte Totholzpyramiden aus Eichenstämmen als Brutraum für den Hirschkäfer geschaffen. Diese sollen dem Hirschkäfer in Zukunft als zusätzliches Angebot für die Ablage seiner Eier dienen.
Der Hauptgrund für den Rückgang des Hirschkäfers war vor allem das Verschwinden von Eichentotholz aus unseren Wäldern. Im Zuge so genannter Aufräumaktionen wurden früher die lichten Eichenwälder von Totholz befreit, das aber für die Entwicklung der Hirschkäferlarven notwendig ist. Die Larven des Hirschkäfers bleiben bis zu sieben Jahren im vermoderten Holz, bis sie als fertige Käfer ausfliegen und sich paaren. Der Käfer selbst, der zwischen Mai und August schlüpft, lebt dagegen nur wenige Wochen. In dieser kurzen Zeit müssen die Männchen eine Partnerin finden und die Weibchen eine geeignete Eiablagestelle. Die Totholzpyramiden bilden hierfür beste Bedingungen. Heute bleibt in vielen Wäldern das Totholz erhalten, doch noch sind aufgrund der geringen Totholzmenge nicht alle ursprünglichen Tier- und Pilzarten in unsere Wälder zurückgekehrt.
Je nach Holzart und Stand des Verfallsprozesses sind etwa 600 Großpilzarten und rund 1350 Käferarten an der vollständigen Mineralisierung eines Holzkörpers beteiligt. Die Totholzpyramide unterstützt die Ausbreitung des Hirschkäfers und bildet eine weitere Grundlage für eine dauerhafte Population in der Region.
Zu beobachten sind die Männchen besonders während des Hochzeitsfluges an warmen Frühsommerabenden. Ihr lautes Brummen verrät sie schon auf viele Meter.
Neubauwohnungen für Fledermäuse - Bronchicum und die Stiftung Unternehmen Wald helfen Bechsteinfledermaus, Langohr und Co.

Dass die Wälder der Innleite zwischen Gars und Stampfl hervorragende Jagdgebiete für Waldfledermäuse darstellen, war Fledermausexperten schon lange bekannt. Nun konnte auch das Quartierangebot für die nächtlichen Insektenjäger verbessert werden. Denn das Kloster Gars und die Bayerischen Staatsforste waren bereit, in ihren Wäldern Fledermauskästen anbringen zu lassen. 20 von 92 Rund- und Flachkästen, die von der Stiftung Unternehmen Wald aus Mitteln der Aktion „Bronchicum – Naturstark gegen Husten. Naturstark zum Wald“ für oberbayerische Waldgebiete zur Verfügung gestellt wurden, hat Dr. Andreas Zahn von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in der letzten Woche im Hangwald über dem Inn angebracht. Die Auswahl geeigneter Standorte erfolgte zusammen mit Bruder Vitus vom Kloster Gars und Monika Löffelmann, Revierleiterin des Forstbetriebs Wasserburg.
Waldfledermäuse leiden unter Wohnungsnot. In vielen Wäldern mangelt es an hohlen Bäumen, denn bei Durchforstungsmaßnahmen werden schadhafte Stämme meist als erste entfernt. Bechsteinfledermaus, Langohr und Verwandte, die als nächtliche Insektenjäger eine wichtige Rolle im Lebensraum Wald spielen, benötigen aber hohle Bäume als sichere Tagesverstecke. Durch Fledermauskästen wird nun für die Waldfledermäuse in Gars und Umgebung das Quartierangebot verbessert. Zum Einsatz kommen „Rundkästen“, die einen Ersatz für Spechthöhlen darstellen, und „Flachkästen“, die eher einer Spalte hinter der abplatzenden Rinde absterbender Bäume ähneln. Die Kästen erlauben es auch, die Fledermausfauna des Inntals besser kennen zu lernen. Denn bisher ist nicht genau bekannt, welche der rund 10 Waldfledermausarten die Wälder bei Gars und Stampfl bewohnen. Durch die regelmäßige Kontrolle der Kästen will die Koordinationsstelle für Fledermausschutz in den nächsten Jahren das Artenspektrum erfassen.
Im Gegensatz zu Vogelnistkästen kann es jedoch einige Zeit dauern, bis die Kästen angenommen werden. Denn die Fledermäuse, die sich ja bei ihrem nächtlichen Flug durch eine Ultraschall–Echoortung orientieren, müssen erst lernen, dass eine an einem Baumstamm geortete „Beule“ ein Quartier darstellt. Haben dies einmal einige Tiere herausgefunden, locken sie meist schnell Artgenossen an, so dass die Besiedelung dann zügig voranschreitet. Die Koordinationsstelle hofft, dass in wenigen Jahren bekannt ist, welche heimlichen „Untermieter“ die Hangleitenwälder am Inn beherbergen. Koordinationsstelle für Fledermausschutz 1985 wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) das “Artenhilfsprogramm Fledermäuse” ins Leben gerufen. Zur Durchführung wurden zwei Koordinationsstellen für den Fledermausschutz in Nord- (Universität Erlangen) und Südbayern (Universität München) eingerichtet, die für die Erfassung von Fledermausbeständen, die Erarbeitung von Schutzkonzepten, die fachliche Beratung von Behörden und die Betreuung ehrenamtlicher Fledermausschützer verantwortlich sind.
Hilfe für das Auerwild - Bronchicum unterstützt Habitatverbesserung

Im Schwarzwald südlich von Freiburg lebt eine imposante Tierart, die nur noch sehr selten in Deutschlands Wäldern anzutreffen ist. Das majestätische Männchen mit seinem großen und breit gefächerten Stoß (Schwanz) ist charakteristisch für ihn und nicht nur bei Malern ein beliebtes Motiv. Die Rede ist vom Auerwild, unserer größten heimischen Vogelart.
Als Bewohner von großen ungestörten und lichten Wäldern, ist er nur noch in den Alpen, Schwarzwald, Erzgebirge und Fichtelgebirge anzutreffen. Und auch dort gelten die Bestände als nicht gesichert. Nicht von ungefähr steht das Auerwild auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und bedarf daher unserer Aufmerksamkeit.
Die Lebensraumansprüche des Auerwildes sind sehr hoch. Sie benötigen stille, zusammenhängende, naturnahe Nadel- und Mischwälder mit vielen Lücken, Blößen und Lichtungen, damit ihre Hauptnahrungsquelle in den Sommermonaten – die Heidelbeere – gedeihen kann. Auch die Möglichkeit zu Staub- und Sandbädern muss gegeben sein, ebenso das Vorhandensein von Ameisen als Nahrung für die Kücken.
Im Schwarzwald sind noch solche Lebensräume anzutreffen, obwohl sie auch dort langsam verschwinden. Um sie zu erhalten, muss der Mensch mit Hilfe von gezielten Pflegemaßnahmen eingreifen. Eine solche Maßnahme ist die Auflichtung der Bestände zur Förderung der Heidelbeere und ökologischer Kleinstrukturen. Mit Unterstützung von Bronchicum und der Stiftung Unternehmen Wald führten das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald und der zuständige Revierförster diese Pflegemaßnahmen aus. An geeigneten Stellen auf kleinen Plateaus und an warmen südexponierten Hängen wurden gezielt Bäume zur Auflockerung des Bestandes entnommen, um Licht und Wärme für das Auerwild zu schaffen. Das Auerwild wird diese neu geschaffenen bzw. zurück gewonnenen Habitate aus Erfahrung der Förster nach einiger Zeit wieder annehmen, so dass die hiesige Population mit der Aktion gestärkt wird.